Prüfung ortsfester Anlagen gemäß DIN VDE 0105-100

Die Prüfung ortsfester Anlagen gemäß DIN VDE 0105-100 (Änderungen  in der Neuverordnung der BetrSichV 2015)

Die Prüfung ortsfester elektrischer Anlagen wie auch die entsprechende Stromkreisprüfung sind gemäß der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) gesetzlich vorgeschrieben und für den Unternehmer/Betreiber verpflichtend! Seit der Gesetzesänderung 2015 haben sich für die Arbeitgeber daher einige Neuänderungen ergeben:

So wurden den Unternehmen zwar einerseits mehr Handlungsfreiraum zugestanden, auf der anderen Seite aber wurde die Verantwortung für die einwandfreie Einhaltung der Arbeitssicherheit komplett dem Unternehmen überantwortet.

Das bedeutet für den Unternehmer demnach Pflicht zur :
Gefährdungsbeurteilung
Dokumentation
Mitarbeiterschulung
zur Prüfung ortsfester elektrischer Anlagen
zur Stromkreisprüfung
zur Ermittlung der Prüffristen

Ist jedes Unternehmen zur Prüfung  OF Anlagen verpflichtet?
Alle Unternehmen, Betriebe und Institutionen, welche elektrische Anlagen gemäß der Auslegung der BetrSichV betreiben, sind nunmehr zur Prüfung dieser Anlagen sowie der Stromkreise verpflichtet. Dies betrifft somit nunmehr nicht nur Industrieunternehmen, sondern auch Büro- wie auch Verwaltungseinrichtungen, egal ob in öffentlicher Hand oder Privatunternehmen. Somit ist es nunmehr egal, ob Sie für eine Behörde, eine Universität, ein Industrieunternehmen oder auch ein Hotel oder Kaufhaus verantwortlich sind.

Was und wie  wird gemäß DIN VDE 0105-100 geprüft?
Die Prüfung ortsfester Anlagen ist vor der ersten Inbetriebnahme durchzuführen und hat künftig lückenlos in regelmäßigen Abständen zu erfolgen. Dabei ist eine genaue Regelung der Prüfabstände zwar nicht festgelegt, sollte aber einen Zyklus von 1-2 Jahren nicht überschreiten, um die Rechtssicherheit gegenüber evtl. Schadensersatzforderungen nicht zu verlieren. Die einzelnen Prüfschritte erfolgen durch Kontrolle der Anlagendokumentation und deren Abweichung, der Sichtkontrolle nach evtl. sichtbar erkennbaren Schäden sowie dem eigentlichen messtechnischen Prüfvorgang. Bei der Prüfung des Überspannungsschutzes wird geprüft, ob die vorgeschriebenen Schutzeinrichtungen für Überspannung vorhanden und auch funktionsfähig sind. Ebenso werden auch die Sicherungen und entsprechenden Schutzschalter kontrolliert. Dann erfolgt die Funktionsprüfung. Hierbei wird bei der Anlagenprüfung das Augenmerk auf die Funktionstüchtigkeit automatischer Abschaltungen, Schutzrelais und Verriegelungen gelegt, geprüft ob diese oder auch Warnleuchten etc. in einwandfreiem Zustand funktionieren.

Das Prüfprotokoll
Die einwandfreie Dokumentation sowie ein ausführliches Prüfprotokoll sind elementarer Bestandteil einer jeden – rechtssicheren – Prüfung.
Der Nachweis durch das Prüfprotokoll ist gesetzlich vorgeschrieben und beinhaltet neben den Prüfwerten vor allem auch den Hinweis, wann die nächste Prüfung zu erfolgen hat.  Bestandene Anlagen erhalten zudem noch eine Prüfplakette, die auch dem Anlagenbediener Aufschluss über den Termin der nächsten Prüfung gibt.

Elektrische Anlagen, die die Prüfung nicht bestehen, werden mit einer entsprechenden Warnplakette versehen. Im entsprechenden Prüfprotokoll werden die entsprechenden Mängel aufgelistet und dem Anlagenbetreiber umgehend ausgehändigt. Dieser ist rechtlich verpflichtet, die Anlagen zeitnah reparieren zu lassen und erneut einer Prüfung nach DIN VDE 0105-100 zu unterziehen. Besteht die Anlage hiernach die Prüfung, so ist eine Prüfplakette aufzubringen und eine entsprechende Dokumentation auszustellen.
Erst im Anschluss an die neuerliche – erfolgreiche – Prüfung darf die Anlage wieder in Betrieb gehen.

Die Unterlassung der Prüfung ortsfester elektrischer Anlagen nach DIN VDE 0105-100
Erfolgt eine Unterlassung der Prüfung der ortsfesten elektrischen Anlagen, so ist dies eine Ordnungswidrigkeit (ähnlich einem Falschparkdelikt) , kann aber im Gegensatz zu diesem so hohe Geld- bzw. Haftstrafen zur Folge haben, das in Folge dessen ganz schnell der Ruin eines ganzen Unternehmens im Raume steht…

Kommt zum Bsp. infolge eines Hallenbrandes o.ä. ein oder mehrere Mitarbeiter ums Leben oder wird verletzt , zahlt somit nicht nur die Gebäudebrandversicherung den materiellen Schaden nicht, sondern auch die Betriebshaftpflichtversicherung wird den Schaden – wenn sie ihn denn zahlt – später vom Unternehmer/ Eigentümer der Anlage zurückfordern.