Ihre Anforderungen an das zu prüfende Unternehmen

Machen wir uns nichts vor:
Einen Blick ins Internet und schon bieten immer zahlreicher werdende Unternehmen ihre Dienste an. Dabei haben Sie als Auftraggeber dann oftmals die Qual der Wahl. Immer häufiger bekommen wir von neuen Kunden die Wehklagen über die letzten Prüfungen zu hören. Viele Geschichten über Prüfmethoden mancher Unternehmen kennen wir schon, andere erstaunen uns selbst immer wieder aufs Neue. Dabei haben die Firmen, die bereits schon einmal haben prüfen lassen den Vorteil, dass sie manche Methoden der Prüffirmen bereits kennen und selbst nun Bescheid wissen, auf was es bei der nächsten Prüfung ankommt…

Für Verantwortliche in Unternehmen, die bislang noch nichts mit der Thematik der elektrischen Prüfungen zu tun hatten, wollen wir nachstehend ein paar Tipps geben, damit die anstehende DGUV – V3 Prüfung für Sie weder ein Desaster, noch ein finanziell unübersichtlicher Kostendschungel wird.

Generell gilt: Je genauer Sie Ihre Anforderungen an das Prüfunternehmen formulieren, umso eher trennen Sie bereits bei den Angeboten die Spreu vom Weizen…

Es mag für manchen Unternehmer oder kaufmännisch Verantwortlichen ab und an fremd anmuten. Ja, auch andere Unternehmen wollen, nein müssen Geld verdienen. Somit ist auch klar, dass die Durchführung der DGUV – V3 Geld kostet. Und auch ähnlich wie beim Autokauf gilt auch hier: Ein Mittelklassefahrzeug nebst Vollausstattung aus deutscher Produktion kostet nun einmal etwas mehr als ein Kleinwagen ohne Extras aus Asien. Und wie bei allen anderen Produkten gilt auch bei den elektrischen Prüfungen: Was oftmals vordergründig wie ein Schnäppchen anmutet, kann sich im Nachhinein finanziell als ein Fass ohne Boden entpuppen.

Hier ein paar Beispiele, die es Ihnen zumindest erleichtern können, bereits im Vorfeld schwarze Schafe ausfiltern zu können:

Wie lange führt das Unternehmen bereits die elektrischen Prüfungen durch?
Nicht immer muss ein neues Unternehmen die zweite Wahl sein. Im Gegenteil, was an Erfahrung fehlt, wird oftmals durch den persönlichen Einsatz wieder wettgemacht. Trotz Allem lohnt aber oft ein Blick hinter die Kulissen. Manche Prüffirmen haben in den letzten 10 Jahren schon mehrmals Besitzer und Namen gewechselt. Sei es, weil sie durch entsprechendes Prüfverhalten bei Kunden so einen schlechten Ruf erhielten oder sei es auch nur, weil sie sich beim Drücken der Preise wirtschaftlich selbst ruiniert haben. Lassen Sie sich Referenzen nennen und kontaktieren Sie diese auch!

Wie gut ist die persönliche Beratung bei Ihnen vor Ort?
Bereits beim Vorabtermin bei Ihnen im Hause, sollten Sie bereits im persönlichen Gespräch so viele Informationen zur Prüfung und zum Prüfunternehmen erhalten haben, dass Sie, unabhängig davon, ob Sie dieses Unternehmen auch letztendlich beauftragen genau wissen, worauf es bei der Durchführung ankommt. Haben Sie bereits hier ein ungutes Bauchgefühl, fühlen Sie sich nur ansatzweise bedrängt, genötigt oder wie man so schön formuliert: „über den Tisch gezogen“. Dann lassen Sie die Finger davon! In fast allen Gesprächen mit Kunden, die früher bereits schlechte Erfahrungen mit Prüffirmen hatten kommt genau dies zur Sprache, das bereits im Vorfeld das „Bauchgefühl“ nicht unbedingt das beste war, aber der vordergründig gute Preis entscheidend war…
Lassen Sie sich Prüfdokumente vorlegen. Klären Sie bereits im Vorfeld ab, wie diese auszusehen haben und bis wann diese spätestens nach abgeschlossener Prüfung an Sie ausgehändigt werden!
Legen Sie Wert auf Vertragstreue und Pünktlichkeit. So schliessen Sie bereits im Vorfeld etwaige Nachverhandlungen zu Ihren Ungunsten aus!

Spätestens wenn Sie nur die untenstehenden Fragen an das Unternehmen stellen und im Angebot schriftlich fixiert haben wollen, werden 2/3 all der Billiganbieter entweder passen bzw. ihnen erklären, dass sie die Prüfung zu dem Ihnen vorher noch angebotenen Schnäppchenpreis doch so nicht bieten können. Denn eine DGUV – V3 Prüfung muß sich letztendlich auch für das zu prüfende Unternehmen wirtschaftlich rechnen. Bedenken Sie immer: Fachkräfte kosten immer Geld, in Ihrem Unternehmen wie auch in dem Unternehmen, welches Sie für Dienstleistungen beauftragen. Wenn Ihnen also jemand ein rein nach wirtschaftlichem Aspekten unseriös günstiges Angebot macht, kann etwas nicht stimmen. Entweder er setzt unerlaubt Hilfskräfte ein, er führt die Prüfungen nicht fachgerecht durch, oder er versucht mittels Nachverhandlung oder Reihenmessungen sonstwie den ursprünglichen Preis in die Höhe zu treiben oder Zeit einzusparen.

Wird jeder Prüfling einzeln geprüft?
Gerade bei der Preisgestaltung kommen die pfiffigsten Ideen der Prüffirmen zu Tage. Da wird ein unschlagbarer Stückpreis angeboten, aber nicht erwähnt, dass z.B. jeder zusätzliche Handgriff wie Kabelkanäle öffnen, unterm Tisch die Prüflinge freilegen etc., jede Minute Wartezeit noch einmal extra berechnet wird. Mitarbeiter anderer Prüffirmen haben uns von Praktiken berichtet, die z.B. darauf hinauslaufen, dass deren Geschäftsleitung von diesen Mitarbeitern erwartet, täglich mindestens 200-400 € auf diese Art und Weise extra reinzubringen. Kein Wunder also, das der eigentliche Prüfling dann zum absoluten Schnäppchenpreis angeboten wird. Er dient nur noch als Mittel zum Zweck…

Immer dort, wo Zeiteinsparung Geld bedeutet, werden Billiganbieter kreativ…:
Die ordentliche und gerichtssichere Prüfung besteht aus: Sichtprüfung, Messtechnische Prüfung sowie der Funktionsprüfung. Umso mehr Geräte man also bereits bei der Sichtprüfung durchfallen lässt, bei umso mehr Geräten erspart man sich die anschließende Mess- und Funktionsprüfung… Der Prüfling fällt zwar durch, die Prüfung wird dem Kunden dennoch berechnet! Einsparung hier 2 Arbeitsschritte, mindestens 5-10 Minuten. Abgesehen also davon, dass von dem Prüfunternehmen eine höchst zweifelhafte Prüfung durchgeführt wurde, entstehen Ihrem Unternehmen zusätzliche Kosten für Reparatur oder gar Neuanschaffung von Geräten, die im Normalfall vielleicht nicht einmal durch die messtechnische Prüfung gefallen wären. Das alles am Ende zusammengerechnet, erhöht den einzelnen Prüfpreis noch einmal um ein Vielfaches…

Lassen Sie sich „durchgefallene“ Geräte stets zeigen. Werden Sie stutzig, wenn überdimensional viele Geräte bei Ihnen bereits bei der Sichtprüfung durchfallen!
Ein gewissenhafter Prüfer wird Ihnen vor Ort stets gerne erklären, warum ein Gerät bei der Prüfung evtl. durchgefallen ist. Es ist zudem für Sie als Auftraggeber ihr gutes Recht, im Zweifelsfall nachzufragen, wenn Sie Zweifel am Prüfergebnis haben.

Eine ordentliche Prüfung setzt die Prüfung eines jeden einzelnen Gerätes voraus. Das ist Standard, das besagt die Vorschrift.
Werden Geräte rechtswidrig in Reihe geprüft oder gar womöglich stichprobenweise geprüft, bringt das dem Kunden keine Sicherheit, weil die Prüfwerte verfälscht werden, dem Prüfunternehmen aber spart es jede Menge Zeit und damit Geld. Oft wird eine PC Prüfung vorab auch ganz gerne als Einzelprüfung angeboten, wohlwissend, dass jeweils der PC wie auch das Kabel separat geprüft wird. Im Angebot waren es dann bei 2.500 PC ursprünglich einmal 2500 Prüfungen, auf der Rechnung werden dann aber 5.000 aufgelistet.

Ist der angebotene Preis pro Prüfling bereits der Endpreis?
Wenn nein, was kommt an zusätzlichen Kosten für Arbeitszeiten ( Ab- und Aufbau der zu prüfenden Geräte etc.), für Anfahrt, Prüfplaketten, Erstellung von Dokumentationen, Gefährdungsbeurteilungen usw. noch hinzu?

Wird Fachpersonal bei der Prüfung vor Ort eingesetzt?
Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel sollten Sie stets darauf achten, wer bei Ihnen die Prüfung vor Ort durchführt. Da gibt es ganz klare Vorschriften, was z.B. die Prüfung der ortsfesten wie auch ortsveränderlicher Anlagen anbetrifft. Setzt das von Ihnen beauftragte Unternehmen Fachkräfte oder nur Elektrisch unterwiesene Personen ( EUP´s) bei Ihnen vor Ort ein? Ist stets ein Elektromeister bzw. Elektrogeselle mit vor Ort, der evtl. gemeinsam mit den EUP die Prüfung vornimmt, oder sind diese ohne jegliche Beaufsichtigung auf sich alleine gestellt?

Konkretisieren Sie also Ihre Anfrage und holen Sie sich mehrere Angebote ein.
Jedes gewissenhafte und auf Kundenzufriedenheit hin orientierte Prüfunternehmen ist auf Grund seiner Erfahrung in der Lage, Ihnen auf die von Ihnen genannte Stückzahl von Prüflingen einen realistischen Endpreis nennen zu können. Nur so vermeiden Sie nachträglich finanziell böse Überraschungen. Verlangen Sie ein transparentes Vergleichsangebot in dem Sie klare Vorgaben machen. So können Sie auf einen Blick die Endpreise mehrerer Unternehmen vergleichen. Und fragen Sie stets vorher nach. Egal wie oft Sie nachfragen, ein Prüfunternehmen welches seine Aufgabe ernst nimmt, wird stets gerne und kompetent Ihre Fragen beantworten.

Zahlen Sie Ihre Rechnung erst, wenn sämtliche vor Prüfbeginn versprochenen Prüfdokumente vorliegen!
Eine noch so gute Messtechnische Prüfung und der bunteste Prüfaufkleber alleine ist wertlos, ohne die ordentliche Prüfdokumentation. Sie gibt Ihnen die Werte eines jeden geprüften Gerätes, weist auf etwaige Mängel hin oder listet auf, welches Ihrer Geräte durchgefallen ist. Zusätzlich dazu gehört die Gefährdungsbeurteilung sowie der Abschlussbericht, der Aussage über den prozentualen Mangelzustand Ihrer Geräte gibt.

Egal also, ob Teilrechnung oder Gesamtrechnung. Mit jeder Rechnung erhalten Sie üblicherweise, egal ob vorab als Exceltabelle oder PDF eine Prüfdokumentation der bis dato geprüften Geräte. Beachten Sie also immer: Eine ordentliche Prüfdokumentation ist ein elementarer Bestandteil einer jeden Prüfung. Und zahlen sollten Sie also erst dann, wenn Sie diese Dokumentation auch erhalten haben!